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Tagesablauf Wiesemann (Mein Heimerlebnis)

Klaus Grube ⌂ @, Hellenthal, Sonntag, 08. November 2009, 11:09 (vor 2486 Tagen) @ Peter Henselder

Hoi Peter,
ich bin nicht so sicher ob in Sülz nach der NS-Herschaft, so wie z.B. in Glückstadt oder manch anderen Heimen, die Erziehungsmethoden herzuleiten sind.
Eher waren diese Methoden schon fast aus alter Tradition weiter fortgesetzt worden. Immerhin kannte man schlisslich damals nichts anderes.

Dazu ein Beispiel:
Wie der erste Direktor Johann Peter Mauel das Sülzer Heim, welches nach seinen Gestaltungswünschen 1914 eröffnet hatte, war die Abschaffung der Anstaltsbekleidung eines seiner Anordnungen. Damit erreichte er das die Bürger nicht auf die Kinder so herrablassend schauten nach dem Kredo - Sieh mal ein Heimkind...
Nach dem Kriege wurden noch in vielen Heimen Anstaltskleidungen getragen. Besonders in Glückstadt trugen die Kinder Anstaltskleidung von ehemaligen Gefangenen. In Sülz selber gab es auch nach dem Krieg keine Anstaltsbekleidung. Lediglich die Haushaltsschülerinnen trugen einheitlich Schürzen oder Kitel, was aber eher einer Berufskleidung zu zuordnen ist.

Ganz verneinen möchte ich die Methoden us der NS-Zeit nach dem Kriege aber nicht. Dies ist aber mehr den Umstand zu verdanken das die Bevölkerung nicht unwesentlich damals dazu beigetragen haben. Dazu gehörten Lehrer genauso wie der Nachbar, Gerichte oder die betreffenden Ämter wie die Führsorge.
Immerhin war die junge Bundesrepublik von heut auf morgen entnazifiziert. Naja bei manchen eben nicht und trieben Ihre Spielen auch noch nach der Zeit fleissig weiter. Zum Teil sehr zum Schaden an uns Heimkinder, den schwächsten in der Gesellschaft.

Schon ein aussreissen aus dem Hause oder RocknRoll in Petticoats tanzen oder Mädchen beim Küssen zu erwischen kam schon eine sittliche Verwarlosung gleich um Jugendliche in Heime zu stecken. Es reichte wenn der Nachbar, Pastor oder Lehrer etwas meinte zu wissen und schwupps war man im Heim ohne rechtliche Grundlage oder Überprüfung auf Wahrheitsgehalt. Gerichte und Vormundschaft trugen im übrigen ebenfalls viel dazu bei. Kaum oder garnicht wurden die Kinder befragt oder Ihre rechtlichen Interessen gewahrt und wenn was aus deren Mündern kam, war es erstunken und erlogen. Die Konsequenzen mussten die Kinder noch zusätzlich ertragen. Hatten doch die Heime immer Recht.

Immerhin brachten in manchen Heimen die Kinder dem Hause reichlich Geld ein und bereicherten sich masslos an deren Arbeitskraft. Aber selbst das Arbeiten ist kein Relikt aus der NS-Zeit sondern wurde auch schon viel früher praktiziert.

Was nicht in der Gesellshaft passt muss eben eingesperrt werden.

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Es gibt immer einen Weg zu uns allen - wir müssen es nur wollen
Mit lieben Grüßen euer Klaus
Internet http://www.kinderheim-Koeln-suelz.de
Meil http://www.kinderheim-koeln-suelz.de/mail/kontakt?page=mail_grube

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