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de decke steine un wat drop kütt: su süht et momentan us! (Förderverein Erinnerungsorte Kinderheimgelände Köln Sülz)

hütchen @, köln, Montag, 10.09.2018, 14:53 (vor 220 Tagen)
bearbeitet von Klaus Grube, Donnerstag, 01.11.2018, 20:33

un op huhdeutsch:
Der FEKS teilt den momentanen Stand über die Inschriften der Sülzer Findlinge mit.

Der Förderverein Erinnerungsorte Kinderheim Köln-Sülz e.V. (FEKS)hat unter Moderation von Kay von Keitz, Vorsitzender des Kunstbeirates der Stadt Köln, in einem Workshop am 05.09.2018 die Weiterentwicklung der Steininschriften für die „Sülzer Findlinge“ diskutiert.
Für die „Ehemaligen“ haben Nikolaus Voßen, Klaus Grube (durch Telefonschaltung) und Peter Halberkann an dem Workshop teilgenommen.
Zur Diskussion standen in dem Workshop ein Textvorschlag der Künstlergemeinschaft osa, sowie ein alternativer Vorschlag von Klaus Grube und Peter Halberkann. Zur Information die beiden Vorschläge:

1. Textvorschlag von osa:
… FRÜHER EINMAL LEBTEN HIER KINDER IN IHREM EIGENEN DORF – DOCH HINTER DEN HOHEN MAUERN HABEN MANCHE VON IHNEN HEIMLICH NACH SCHLUPFLÖCHERN GESUCHT …

...HEUTE SPIELEN HIER KINDER ZWISCHEN DEN HÄUSERN – SO WIE FRÜHER – ALS ES VOR DEM KIRCHTURM EINE GROSSE WIESE GAB – UND ÜBER UNS FLIEGEN NOCH IMMMER DIE SCHAFE...

… SPÄTER EINMAL – WENN SICH DIE KINDER GANZ ANDERE GESCHICHTEN ERZÄHLEN – WERDEN WIR UNS VERABREDEN HIERHER ZURÜCKZUKOMMEN – JEDER MIT EINEM KLEINEN KIESELSTEIN IN DER TASCHE …

2. Der Vorschlag von Klaus Grube und Peter Halberkann:
Stein „Henry“ (liegt auf der Zeitzeugenkapsel)
Ich bin ein Erinnerungsstein
Ich habe Kinder lachen und weinen gesehen
Ich habe Glück und Trauer erfahren
Ich bin ein Teil des Lebens

Stein „Berta“ (hat die „Sitzmulde“)
Ich bin ein Erlebnisstein
Ich mag es, wenn du auf mir spielst
Ich höre zu, wenn du zu mir sprichst
Ich kann fühlen wie du, verletze mich nicht

Stein „Jane“ (am Beethovenpark)
Ich bin ein Wiedersehensstein
Ich bleibe, wenn du in die Welt ziehst
Besuche mich von Zeit zu Zeit
Ich bin hier, wenn du mich brauchst

Das Ergebnis des Workshops ist im beiliegenden Protokoll dokumentiert.

und dann ich mal kurz eingeschoben: da meine höllenmaschine mich heute mal wieder nicht mag, folgt hier nur der text des protokolls, ohne format und layout.

PROTOKOLL FEKS Workshop 05.09.2018
Protokollführer: Harald Weiß
Moderation: Kay von Keitz
Im Sinne der Strukturvorgabe des Workshops durch Kay von Keitz haben sich die Anwesenden zur Klärung der weiteren Vorgehensweise zur Findung der Findlingsinschriften getroffen.

Einleitung:
Harald Weiß hat nochmals erläutert, dass der Vorstand beschlossen hat die Version osa v. 25.05.2018 nicht zu realisieren. Nun gilt es zu klären welchen Weg der Verein zur Findung der Inschriften gehen wird und welche Maßgaben gegenüber osa kommuniziert werden. Analog der Struktur (KvK) sind folgende Punkte besprochen worden:

1. Den Blick fürs Ganze wieder schärfen: Betrachtung der Inschriftenfunktion als ein Element von mehreren aufeinander bezogenen Elementen im Rahmen des künstlerischen Gesamtkonzepts von osa. KvK verweist auf das künstlerische Gesamtkonzept mit den Bestandteilen (Findlinge, Texte, Wandspruch Graffiti und Infotafel). Die Texte können nur im Kontext dieses Gesamtkonzeptes betrachtet und bewertet werden.
Die wesentlichen Aspekte der Textentwürfe von osa sind demnach:
1. Der Text als Einstieg in die Gesamt Thematik soll ansprechen und neugierig machen.
2. Die Einfachheit der Texte
3. Die freie assoziative Form, als Anregung, sich Fragen zu stellen
4. Die erzählende Form, anonym, offen, bildhaft
5. Das Band als Thema, welches sich um die Steine wickelt und zur Bewegung einlädt.
Die Aspekt sind grundsätzlich bejaht worden jedoch erscheint einzelnen genau diese Aspekte nicht erfüllt.

2. Den zurückgelegten Weg sehen: Betrachtung des bisherigen Verfahrens zur Erlangung von Texten für die Findlingsinschriften. Vom ersten „Platzhalter“ im Wettbewerbsentwurf sind bis zur letzten Version noch wesentliche Teile vorhanden. Die Textvorschläge nach dem Workshop im Sommer auf dem „Platz“ wie auch die letzte Überarbeitung der Texte durch osa nach dem zweiten internen Workshop, finden keine breite Mehrheit im Verein. Vor allem die Ehemaligen spricht der Text nicht an, so dass Peter Halberkann und Klaus Grube zwischenzeitlich einen eigenen Vorschlag entwickelt haben, der später noch thematisiert wird.

3. Das bisherige Ergebnis: Analyse und Kritik des osa-Vorschlags (letzte Version) – was fehlt, was ist zu viel, was ist stimmig, was ist unstimmig?
Was fehlt:
Das Intuitive, die Emotion, die Einfachheit, Zu Vorgenanntem gibt es von den Anwesenden jedoch auch gegenläufige Meinungen. Die Sprache ist zu kalt.
Was ist zuviel:
Die Kirche ist zu bedeutend, die Bilder zu konkret.
Was ist stimmig:
Der Bezug zur Konzeption und der Zuordnung (Vergangenheit,Gegenwart und Zukunft). Andererseits stehen einzelne der Anwesende den Texten durchaus positiv gegenüber und empfinden die mit Leichtigkeit formulierte Imagination von Bildern als eine besondere Stärke des Textes.
Was ist unstimmig:
Die Texte sind für Kinder nur schwer verständlich, Die Sprache ist kalt und distanziert. Die Bilder werden nicht verstanden bzw. werden als unpassend eingestuft wie „Das Dorf“ und „Die Mauer“. Die Bilder verhindern den freien Zugang, „Die fliegenden Schafe“ versteht man nicht bzw. vermitteln einen falschen Eindruck und sind teilweise mit sehr negativen Erinnerungen behaftet, Die Symbolik des Steines in der Tasche ist eher einem Totenkult zuzuordnen, Die Bilder bzw. die Beschreibung der „Gegenwart“ sind fragwürdig (s. Kirche und fliegende Schafe).
Der letzte Text findet keine breite und tragfähige Zustimmung was bereits im letzten Vorstandsbeschluss hinterlegt worden ist. Der Vorschlag von Peter Halberkann und Klaus Grube wird im Rahmen der bisherigen Ergebnisse erstmalig diskutiert und wie folgt bewertet:
• Wesentlicher Kritikpunkt ist die fehlende Einbindung in das Gesamtkonzept und dessen Veränderung
• Der Text wird als sehr positiv emotional und positiv einfach gesehen als Gegenpol zum eher „kalten und distanzierten Text“ von osa
• Die Wiederholung der Ich-Form wird z.T. kritisiert, welche durch eine Überarbeitung jedoch „geheilt“ werden könnte
• Die Ansprache ist zugänglich eher für Kinder

4. Wie es weitergehen kann: Erörterung der nächsten Schritte, um zu einem konsensfähigen Ergebnis zu kommen, das den jeweiligen Bedürfnissen und Ansprüchen aller Beteiligten gerecht wird. Bei den Anwesenden besteht Einigkeit darüber, dass vor allem auch die Bedürfnisse der Ehemaligen sich in einem neuen Ansatz wiederfinden müssen und osa auf der Grundlage der heutigen Ergebnisse diese Ansätze entwickeln soll. Dass dies Mehrarbeit bedeutet und hierüber bereits ein Nachtragsanagebot an osa unterbreitet worden ist, wird seitens des
Vorstandes mitgeteilt.

5. Was wir wirklich wollen: inhaltliche und formale Vorstellungen, klar
formulierte Ziele und neue Textfindungs-Ansätze für das Treffen des Vorstands mit osa, um diese in die dort zu fassenden Beschlüsse einfließen zu lassen. Es ist klar geworden, dass zum einen der Wunsch nach Emotionalität wie sie im Vorschlag von Peter und Klaus deutlich wurden, nicht bedient worden sind. Die Einfachheit und die dort bewusst gewählten Wörter und Themen wie z.B.: Lachen, weinen, sprechen dürfen, Vertrautheit stehen hierfür stellvertretend und haben u.E. Relevanz. Auch ist die Sprache von unterschiedlichsten Anwesenden als
distanziert und irgendwie weit weg eingestuft worden. Der Verein wünscht einen neuen Ansatz in diesem Sinne und kann sich auch eine Lösung von dem ausformu-lierten Satz hin zu Bruchstücken, Schlagwörtern, Bildern o.ä. vorstellen.
Gez. Harald Weiß

--
Langzeitstudentin der Toleranz!

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FEKS


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